Video über Dorsten

Wie das Video „Me, Us, Dorsten“ entstanden ist

Dorsten Die Resonanz war groß auf unseren Aufruf, Heimatfotos aus Dorsten zu schicken. Unter anderem hat sich auch der aus Polen stammende und in Spanien lebende Felix Golab gemeldet. Er hatte in den letzten Wochen viel mit Dorsten zu tun. Mit Fotos. Und den Menschen hier.

Videoprojekt 2

Eine Gruppe junger Menschen war in Dorsten unterwegs und hat mit der Kamera viele besondere Momente festgehalten. Foto: Felix Golab

Ganz kurz schaut der 18-jährige Ziaodin zu Felix Golab hinüber, sucht den Blick des Fotografen und findet schnell diesen kleinen Funken Zustimmung in seinen Augen, der ihm noch gefehlt hatte, um auf der Kamera den kleinen „Rec“-Knopf zu drücken. Die Aufnahme läuft. Isabelle – vor der Kamera – fängt an zu erzählen. Warum ihr Dorsten gefällt. Warum zum Beispiel die Paul-Spiegel-Schule ein „Happy Place“ für sie ist.

Die Stadt Dorsten als Wohnort, als Heimat oder als Ort, an dem man zur Schule oder zur Arbeit geht – genau das ist das Oberthema dieses Foto- und Videoprojekts.

Deshalb meldete sich sich Felix Golab, der aus Spanien angereist war, um das Projekt zu leiten, nach unserem Bericht über Hobbyfotografen aus Dorsten m auch uns in der Redaktion. Ob wir nicht eins der Bilder, die entstanden sind, in der Zeitung veröffentlichen wollen? Na klar (siehe oben). Und ob wir nicht mal vorbeikommen wollen, zuschauen möchten, was die Jugendlichen Tolles auf die Beine stellen. Gerne!

Besuch beim Projekt

Im Leo sitzt die Gruppe locker in einem Stuhlkreis. Felix spricht auf Englisch mit den Teilnehmern, schreibt ein grobes Storybord auf das Flipchart. Nachdem die Truppe in den ersten Tage fotografierend durch Dorsten gezogen ist, soll jetzt das Video entstehen. „Me, us, Dorsten“ wird es heißen und verschiedene Stellen in Dorsten zeigen.

Initiiert hat das Projekt, das von der LAG Arbeit, Bildung, Kultur veranstaltet und vom Jugendministerium NRW gefördert wurde, Nadine Dersen.

Sie ist Schulsozialarbeiterin am Paul-Spiegel-Berufskolleg und wollte in den Osterferien gemeinsam mit Johanna Robert, die Soziale Arbeit studiert und mal ein Praktikum in der Schulsozialarbeit gemacht hat, etwas Kreatives für Jugendliche auf die Beine stellen. Als klar war, dass es ums Fotos und Videos gehen sollte, fiel Nadine sofort Felix ein.

Die beiden haben sich auf Reisen in Afrika kennengelernt. Felix hatte dort ein Video über das Waisenheim Watoto Wetu in Tanzania gedreht. Er folgte der Einladung – und war der kleinen Gruppe Jugendlicher in dem Projekt eine Art Lehrer. Aber irgendwie auch nicht. „Ich lasse sie gerne machen“, sagt er auf Englisch mit Blick auf die Gruppe.

Unterschiedliche Kontexte

Interessant ist an dem Projekt in Dorsten vor allem, dass die jungen Teilnehmer aus ganz unterschiedlichen Kontexten kommen. Ein paar sind in Dorsten aufgewachsen. Ein paar aber auch nicht. Zioadin zum Beispiel wurde in Afganistan geboren, Mohammad in Syrien. Die beiden haben – natürlich – einen ganz anderen Blick auf Heimat und auf ihr aktuelles Zuhause in Dorsten.

Interessantes Bild kreieren

Viele der Teilnehmen kannten sich vorher nicht – was aber kein Grund ist, dass die Veranstaltung irgendwie krampfig werden könnte. Die Teilnehmer – das wird schon bei dem kleinen Besuch schnell deutlich – helfen sich gegenseitig, tauschen Ideen aus, ermutigen sich, werden durch die Kamera in ihrer Hand gezwungen, Orte, an denen sie schon tausendmal vorbeigelaufen sind, noch mal und ganz anders in den Fokus zu nehmen – ein interessantes Bild zu kreieren von Dorsten, von ihrem Zuhause.

Videoprojekt 3

Was sie bei dem Projekt lernen, ist deshalb nicht nur, was eine Blende ist und wann man mit welcher Verschlusszeit arbeiten sollte. Es geht um mehr. Darum, sich Orte und Menschen genau anzuschauen. Mit offenen Augen durch die Welt zu gehen. Und mit offenem Herzen.

Quelle: https://www.dorstenerzeitung.de/Staedte/Dorsten/Wie-das-Video-Me-Us-Dorsten-entstanden-ist-1276477.html

Das Video finden Sie unter folgendem Link: https://www.youtube.com/watch?v=6TSp-fgEkMU

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